NDR unterdrückt Interview: "Ich lasse mich nicht als 'homophob' stigmatisieren!''

23. Mai 2015
von Gunther Oberheide

Hannover, Mai 2015. Bald mehr als sechs Monate ist es her, seit der NDR mit Genehmigung der Eltern ein Interview mit sehr interessanten Äußerungen einer 16-jährigen geführt hat, die sich auf einer Demo u. a. nicht als intolerant oder gar als 'homophob' hat stigmatisieren lassen wollen - und dies entsprechend begründete. Bis heute wurde das Interview für keine Berichterstattung oder Sendung verwendet oder veröffentlicht - obwohl es einen wertvollen Beitrag zur objektiven Meinungsbildung in der Bevölkerung hätte leisten können.

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Der NDR interviewt in Hannover während einer Demo eine junge 16-jährige, die sich nicht als 'homophob' stigmatisieren lasen will. Die interessanten Antworten der jungen Frau bleiben der Öffentlichkeit bis heute verborgen: Das Interview wurde nie veröffentlicht.

Der junge Teenager*, der am Rande einer Demo im November 2014 interviewt wurde, brachte charmant aber deutlich zum Ausdruck, dass er sich nicht in eine Ecke drängen lassen und stigmatisieren lassen möchte und auch das Recht behalten will, eine eigene Meinung zu haben. Dann gab die heranwachsende junge Frau dazu kurioserweise mit an, auch ihre Ekelgefühle behalten zu wollen - was im ersten Moment befremdlich klang. Im zweiten Moment begründete sie dies der NDR-Reporterin u. a. wie folgt:

"Ich möchte weder heute noch in Zukunft nicht als normal empfinden wollen, was für mich eklig ist: Muß ich mich denn als homophob beschimpfen lassen nur weil ich es eklig finde, wenn ein Mann seinen Penis einem anderen Mann in den Hintern steckt, wo der Stuhlgang drin ist?"

Für ihr Alter durchaus selbstsicher und ohne Überheblichkeit beantwortete sie bereitwillig die weiteren Fragen der NDR-Reporterin und sie machte danach klar:

"Ich möchte mich nicht für meine eigenen Empfindungen zur Sexualität stigmatisieren lassen, die von den meisten Menschen als normal empfunden wird. Und Toleranz gilt nicht nur für eine Seite."

Die vielen interessanten Antworten der jungen Frau bleiben bis heute verborgen. Das Interview hat der NDR nie eröffentlicht, auch nicht in Teilen; es wird der breiten Öffentlichkeit schlicht vorenthalten.

Plakate auf der ''Demo für Alle'' in Hannover, November 2014

Plakate auf der ''Demo für Alle'' in Hannover, November 2014

Zitat von Prof. Palm zum Unterschied zwischen Akzeptanz und Toleranz

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* Hinweis zur aktuell gängigen Diskriminierung von Sprache und Rechtschreibung:
Im Interesse der besseren Lesbarkeit wird auf sprachverstörende Formulierungen wie "Clowns und Clowninnen", "Kinder und Kinderinnen" und typografisch völlig falsches wie "LeserInnen" und "Leser_innen" oder "Leser*innen" und "ProfessX" etc. verzichtet; es ist immer die Funktion gemeint und nicht das Geschlecht.




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drei Kommentare zum Artikel "NDR unterdrückt Interview: "Ich lasse mich nicht als 'homophob' stigmatisieren!''"

  1. Gerold Sass
    Gerold Sass am 27-05-’15 23:52
    Es ist schlimm, dass es soweit gekommen ist, abgezeichnet hat sich das schon vor über 25 Jahren, als die Kirche der HuK (Homosexuelle und Kirche) nichts wirklich substantielles mehr entgegenzusetzen hatte. In Zeltlagern der ev. Jugend wurde zu dieser Zeit in gemischten Zelten geschlafen. Mini Teenies flanierten turtelnd durch die Zeltreihen und auf Proteste hin bekam man von Diakonen und dem zuständigen Jugendpastor nur die Antwort: "Wir wollten es doch nur einmal ausprobieren" Wie lange sie probiert haben, weiß ich nicht... Inzwischen sind ja auch Baptisten und Herrnhuter auf den Homosexuellen-Zug aufgesprungen. Bald gibt es nur noch den liebenden Christus (wenn überhaupt) und keine Sünde mehr!

    Wenn die Kirche nichts mehr zu sagen hat, es nicht mehr kann, wer soll unsere Moral dann noch retten? Wie kann man heute noch dagegen ankämpfen?
  2. Daggedag
    Daggedag am 28-05-’15 01:46
    "Wenn die Kirche nichts mehr zu sagen hat, es nicht mehr kann, wer soll unsere Moral dann noch retten? Wie kann man heute noch dagegen ankämpfen?"

    Eure Moral ist die der Inquisition.
    Es ist die Moral der Weintrinker und Wasserprediger.
    Es ist die Moral derer, die sich anmaßen, anderen Menschen Vorschriften zu machen.

    Eure Moral ist die Lüge.

    Hier in dem Artikel wieder, indem Männer als Arschf.....[ZENSIERT] diffamiert werden, obwohl sie sich lediglich in einen Mann statt eine Frau verliebt haben.

    Eure Moral wollen immer weniger Menschen - und das ist gut so.

    Verpisst Euch
  3. kurie
    kurie am 02-06-’15 23:39
    Dank dieser Moral werden solche Arsch... hierzulande so frech wie der daggedag. Versuch mal das gleiche in einem arabischen Land zu schreiben, dazu hast du ganz sicher keinen Mut, was?
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