AfD Niedersachsen kündigt Parteiausschluß von Prof. Bernd Lucke an

9. Juli 2015
von Redaktion

Hannover. Der niedersächsische Landesvorstand der Partei AfD hat einen Vorratsbeschluß gefasst, der erwartet, dass der ehemalige Bundesvorsitzende Prof. Bernd Lucke bis Freitag, 10.07.2015 die Partei verläßt. "Sollte das wider Erwarten nicht der Fall sein, würde sich die AfD Niedersachsen - mit Bedauern übrigens - von Bernd Lucke trennen müssen.", so der Vorsitzende Paul Hampel auf einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz.

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Paul Hampel (AfD), Holger Pieters (AfD)
Paul Hampel, Holger Pieters (AfD-Landesvorstand Nds.)

"Seit vergangenem Samstag auf dem Parteitag in Essen hören wir von unserem ehemaligem Parteisprecher Bernd Lucke ständig Andeutungen, er könne, würde und werde aus der Partei austreten." Das sei - so der AfD-Landesvorsitzende Paul Hampel - für den Landesverband und im Bund nicht länger hinnehmbar; ein weiterer Schwebezustand für die Mitglieder nicht tragbar.

Hampel bedauerte den Rückzug Luckes aus der AfD, Sieg und Niederlage lägen aber nah beieinander und würden schließlich zum politischen Geschäft gehören: "Man muß auch Niederlagen einstecken können und sich in einer Partei trotzdem nicht beirren lassen - und nach einer Pause der Ruhe vielleicht später wieder antreten."

Hampel könne es aber nicht akzeptieren, dass ein Rückzug über so einen langen Zeitraum geschieht, "schon deshalb nicht, weil dadurch unter den Mitgliedern eine gewisse Unruhe herrscht." Auch sei es schädlich für die AfD, dass aus dem Lager des Weckrufs versucht werde, möglichst viele Mitglieder zu überreden, in eine neue Partei überzuwechseln.

Der niedersächsische Landesvorstand hoffe daher jetzt, dass die Ankündigung von Bernd Lucke, seinen Austritt zu erklären, nunmehr kurzfristig in die Tat umgesetzt werde, damit ein Parteiausschlussverfahren erst gar nicht zum Tragen komme.

In Hampels Worten klang allerdings auch wehmut mit: "Wir alle haben seit Frühjahr 2013 zur Bundestags- und Europowahl mit Bernd Lucke intensiv an der Wahlfront gekämpft und waren gemeinsam auf den Straßen, in den Städten, in den politischen Veranstaltungen und in den Diskussionsrunden präsent - die Welle der Begeisterung, die Bernd Lucke damals entgegenschlug, war eindrucksvoll! Es ist bedauerlich, dass sich innerhalb von zwei Jahren dieses Bild so geändert hat." Insoweit könne Hampel eine gewisse Enttäuschung und Verärgerung der vielen ehemaligen Mitstreiter durchaus nachvollziehen und resümierte: "Bernd Lucke will einen anderen Weg gehen. Ich bin der Meinung, wenn man so eine Entscheidung getroffen hat, dann soll man die auch konsequent umsetzen."

Der Landesvorstand erwartet die Austrittserklärung Luckes bis Freitag, 10.07.2015.



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