Eignung für den Bildungsweg des Gymnasiums in Hannover nicht mehr nötig

10. August 2016
von Redaktion

HANNOVER (dfj). Rund 4.000 Viertklässler haben vor den Ferien die Grundschule verlassen und sind jetzt auf weiterführende Schulen gekommen. 2.281 Kinder, mehr als die Hälfte, wechseln auf ein Gymnasium. Dem politischen Credo „Zukunftsoffensive Bildung - Beste Chancen für alle Schüler“ der rot-grünen Landesregierung nachkommend, kann in Hannover mittlerweile jeder Grundschulabgänger einen Platz an einem Gymnasium erhalten. Zwar geben die Klassenlehrer den Eltern vor dem Schulabgang in zwei sog. „Beratungsgesprächen“ ihre Empfehlungen ab, entscheidendes Kriterium für die Aufnahme des Kindes auf das Gymnasium ist allerdings nicht mehr die nötige Eignung durch Zeugnis und Leistung, sondern es zählt allein der Elternwille, wie die Stadt bestätigte.

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   Aktuell wurden tatsächlich bereits Kinder aufs Gymnasium wunschversetzt, obwohl ihnen fast der gesamte Lehrinhalt von der ersten bis zur vierten Klasse fehlte, da sie erst seit kurzem in Deutschland leben und nur wenige Monate zur Grundschule gegangen sind. So fehlten denn auf dem Viertklässlerzeugnis auch die Zensuren für fast die Hälfte aller Schulfächer, da diese schlicht nicht benotet werden konnten.

   Das wirft viele Fragen auf, u. a. wer in der betroffenen Gymnasialklasse wohl mehr leiden wird: Das wunschversetzte Kind, das nicht alles verstehen, reden, lesen, schreiben oder rechnen kann und dem eklatantes Basiswissen aus vier Grundschuljahren fehlt oder die Mitschüler, die nicht ihren möglichen Leistungen entsprechend gefordert und gefördert werden können, sofern sie und die Lehrer auf das ungebildetste Glied der Klassengemeinschaft die nötige Rücksicht nehmen.

   Die Stadt Hannover sichert jedem Kind einen Gymnasialplatz zu: Sollten also dem Trend entsprechend in den nächsten Schuljahren immer mehr Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium schicken, weil sie dies selbst entscheiden können obwohl die nötige Eignung fehlt, dann werden dadurch zwangsläufig andere Schulformen wie Haupt- und Realschule verdrängt, da sie leerlaufen.

   Dies ist insbesondere interessant, da die Niedersächsische Landesregierung unter Rot-Grün in ihrer bisherigen Amtszeit immer wieder betonte, dass sie nicht vorhabe, die Gymnasien abzuschaffen. Diese Aussage bekommt im Orwellschen(1) Sinne eine andere, umkehrende Bedeutung, wenn man sich fragt, welchen Sinn und Wert die Gymnasien in naher Zukunft noch haben werden, sofern das dortige Bildungsniveau auf Hauptschulebene heruntergefahren ist um allen Schülern „gleiche Chancen“ einzuräumen, und dies möglichst auch noch inklusiv.

   Den Besuch des Wunschgymnasiums garantiert die Stadt übrigens nicht, selbst wenn man sprichwörtlich daneben wohnt. Eltern müssen daher bei der Anmeldung insgesamt fünf Gymnasien in Reihenfolge nach Priorität angeben. Danach wird durch die jeweiligen Schulleiter im Losverfahren entschieden, wer aufgenommen wird, was selbst für Nachrücker gilt. Damit ist dann auch der bisherige Vor-Ort-, Geschwister-, Klassenkameraden- und Freundschaftsbonus abgeschafft, wobei es keine Kontrolle und Transparenz darüber gibt, ob vor der ‚Verlosung’ vielleicht nicht doch gutmeinende Entscheidungen zugunsten Auserwählter getroffen werden.

   Immerhin 244 Schüler fanden keine Aufnahme an ihrem Wunsch-Gymnasium und mußten die ihnen zugewiesene Zweit- oder sogar Drittauswahl akzeptieren. Konkret stehen für die 17 städtischen Gymnasien 73 Züge zur Verfügung; rein rechnerisch, so teilte die Stadt mit, besteht noch Kapazität für die Aufnahme eines weiteren Zuges. ■
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(1) GEORGE ORWELL | 1984 | Ein utopischer Roman

1984 (George Orwell, Roman, 1948/49)Auszug aus der Buchempfehlung:

George Orwell (eigentlich Eric Arthur Blair) zeichnet in seinem heute noch brandaktuellen Roman "1984" mit atemberaubender Unerbittlichkeit das erschreckende Bild einer durch und durch totalitären Gesellschaft, die bis ins letzte Detail durchorganisierte Tyrannei einer absolut autoritären Staatsmacht.


Im Orwell-Staat soll den Menschen das Denken durch sogenanntes "Doppeldenken" bzw. "Zwiedenken" aberzogen werden und es wird eine neue Sprache verordnet, das sogenannte "Neusprech", das immer weniger Wörter hat - bis es einmal nicht mehr möglich ist, Gedanken zu hegen, die sich gegen das System richten könnten. Orwell beschreibt eindrucksvoll, wie durch Veränderung der Sprache der Manipulation des Volkes durch die herrschende Klasse Tür und Tor geöffnet wird. Die unmenschlichsten Züge des Systems sind mit wohlklingenden Namen besetzt.

Partei-Parolen wie „KRIEG BEDEUTET FRIEDEN“, „FREIHEIT IST SKLAVEREI“ und „UNWISSENHEIT IST STÄRKE“ werden dazu genutzt, den Wörtern einfach andere Bedeutungen zuzuweisen. Aufgrund dieser Herrschaft durch Sprache ist ein alternatives System nicht mehr möglich, da dafür einfach die Vokabeln fehlen, sie unterminiert systematisch die Solidarität von Familie, Gemeinschaft und Volk.

In Orwells "1984" gibt es nur noch die drei Supermächte Ozeanien, Eurasien und Ostasien, die sehr genau wissen, dass sie sich nicht besiegen können. Durch die Tatsache, dass sie ihrer Bevölkerung aber glaubhaft machen, dass sie sich ständig im Krieg und Terror befinden, können sie die Bevölkerung leichter kontrollieren und so eng wie möglich an der Leine halten... Lesen Sie hier die ganze Buchempfehlung
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''Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.'' (George Orwell)" title="''Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.'' (George Orwell)
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Siehe auch:
Schöne Neue Welt (-Ordnung): Huxley und Orwell brutal real
Propaganda, Gedankenverbrechen, Verwirrung und Ablenkungskriege

Huxleys gewaltfreie Diktatur durch Zerstreuung sei dabei die Entwicklungsstufe eins, Orwells Tyrannei durch Überwachung, Gewalt und Krieg die Stufe zwei. Beiden gemein ist die Freiheits- und Individualitätsberaubung durch Zwangskollektivismus. Da die beiden Bücher „1984“ und „Schöne Neue Welt“ den meisten Menschen zwar grob bekannt sind, aber dann doch nicht wirklich präsent, sollen in diesem Artikel einige erschreckend reale Details in Erinnerung gerufen werden. Die tausendfach vorhandenen Analogien in unserer Gegenwart sind hier natürlich nicht alle aufzählbar. Nutzen Sie das hier ausgebreitete Raster künftig einfach zur Einordnung Ihrer täglichen totalitären Erfahrungen. Die Welt von heute wurde schon vor Jahrzehnten erdacht. [...]  (Weiterlesen)



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zwei Kommentare zum Artikel "Eignung für den Bildungsweg des Gymnasiums in Hannover nicht mehr nötig"

  1. Prof. Dr. Dr. Klecks
    Prof. Dr. Dr. Klecks am 11-08-’16 08:44
    Warum so umständlich? Es geht doch darum, all die Kleinen später dann Geisteswissenschaften studieren zu lassen, also irgendein Quasselstudium mit Null Qualifikation und Mehrwert.
    Viel besser und einfach. Auch Grundschul-, Hauptschul-, etc-Schulabschluss berechtigt, ein Studium aufzunehmen.
    Und Noten? Weg damit! Dafür aber Quoten für jede noch so kleine Minderheit. Studienabschlüsse? Weg damit!
    Warum sollte die Bevölkerung schlauer sein als die uns Regierenden, wo auch immer? Kaum einer von denen hat je (richtig) gearbeitet, kaum einer von denen hat sich schulisch oder universitär mit Leistungen hervorgetan. Alles Dünnbrettbohrer, alles Kriecher, alle Pharisäer. Deren Kinder gehen schon lang nicht mehr in normale Schulen.
    Warum recherchiert Ihr ,,Journalisten" nicht einmal, auf welche Schulen unsere Politiker Ihre Kinder schicken (Frau Kraft aus dem Kalifat Ruhrgebiet übrigens auf eine Privatschule, läßt sich auch leicht rechtfertigen, hat ja so viel zu tun...) Und auch die Medienleute machen es genauso bzw. so ziemlich jede Elite in diesem Land hat sich schon vor langer Zeit aus dem regulären Bildungssystem verabschiedet.
    Die Grünen sind dabei die widerlichsten Fürsprecher dieser Misere, diese Ökofaschisten im SUV beim Verbessern der Gesellschaft. Mir kommt nur noch das Würgen.
    Ich bedaure all die jungen Leute.
  2. mah
    mah am 11-08-’16 10:58
    Ich möchte gerne, dass künftig alle niedersächsischen Politiker, die ernsthaft erkrankt sind, von eben diesen Schülern behandelt werden. Und zwar ausschließlich. Ein Medizinstudium ist ja eh nur eine diskriminierende Bildungserscheinung, die bald überwunden werden wird.
    Ist dieser Vorschlag schwachsinnig? Ja, ist er. Aber nicht schwachsinniger als das, was uns da zugemutet wird. Von daher also in Ordnung.

    Außerdem wünsche ich mir dringend, dass künftig alle Verkehrsunfallopfer aus der politischen Klasse nur noch von Gleichstellungsbeauftragten, Inklusionsbeauftragten und Anti-Diskriminierungsbeauftragten medizinisch behandelt werden sollten. Normale Sanitäter oder Ärzte sollten da auf keinen Fall zugelassen werden.
    Die Gefahr, dass ein Arzt oder Sanitäter Gender und Diversity nicht richtig verstanden hat, ist einfach zu groß.
    Außerdem sollte man allen Schülern bei Schuleintritt den Eid abnehmen, dass Streben nach Bildung, Wissen und selbstständigem Denken, Neugier und Erkenntnis auf alle Fälle zu verdammen ist, da es nicht der alleinseeligmachenden Rot-Grünen Lehre entspricht.
    Als allgemein optimistischer Mensch hätte ich jetzt gesagt: Prost, Leute.
    Bleibt mir aber irgendwie im Halse stecken.

    Ich bin aber zutiefst überzeugt, dass es einen Weg aus dieser Misere gibt. Und diesen Weg werde ich auch gehen. Und dann "schaun mer mal".
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